Wie ich Online Shopping für mich entdeckte

Als ich mir vor zwei Jahren bei einem Spaziergang einen Fussknöchel gebrochen hatte, stand – oder sass – ich buchstäblich vor einem grossen Problem. Mit einem Gipsbein für sechs Wochen fühlte ich mich als sonst sehr aktiver Mensch in meinem Aktionsradius sehr eingeschränkt. Obwohl ich mit Hilfe von Krücken bereits nach sehr kurzer Zeit einigermassen sicher gehen konnte, war diese Art der Fortbewegung doch extrem mühsam, weshalb ich sie auf das notwendigste Minimum zu beschränken suchte.
Eine meiner grossen Leidenschaften als Frau war von je her das Shopping gewesen. Ein ausgedehnter Einkaufsbummel mit meiner besten Freundin am Samstag Nachmittag und das Erstehen eines neuen Designerschnäppchens hatte uns schon über so manchen Alltagsfrust, Ärger mit dem Job oder auch leichten Liebeskummer hinweggetröstet. Nun hatte ich ein wahrhaftiges Problem. Ich fühlte mich aufgrund meines Gipsbeines extrem gefrustet, konnte aber mein altbewährtes Mittel zur aktiven Frustbekämpfung nicht wirklich einsetzen, denn die Aussicht mit meinen Krücken durch die vollgestopften Einkaufsstrassen der Innenstadt zu humpeln, verschlechterte meine Laune nur umso mehr. Dennoch – ich brauchte dringend ein Trostpflaster!
Normalerweise war ich immer ein Mensch gewesen, der die Dinge die er kauft zunächst einmal in den Händen halten muss, aber in meiner aktuellen Position wagte ich mich zum ersten Mal in die Sphären des Online-Shoppings. Und siehe da – ich entdeckte eine faszinierende Welt. Ich googelte mich zunächst durch die Webseiten meiner Lieblingsdesigner, dann durch verschiedenste Auktionsanbieter und Online-Shops. Da ich mehr oder weniger an meinen Schreibtisch gebunden war, hatte ich viel Zeit um ausführlich hunderte von potentiellen Modellen zu vergleichen und zu schauen, wo ich diese aktuell so preisgünstig wie möglich zu erstehen waren. Einerseits fiel mir schnell auf, dass ich viel mehr Auswahl und Überblick hatte, als ich mit einzelnen Shoppingtrips abdecken konnte und andererseits konnte ich echtes Geld sparen. Innert weniger Wochen entwickelte ich mich zum regelrechten Experten auf diesem Gebiet. Und selbst wenn einmal das „Touch & Feel“ eines Teils nicht meinen Wünschen und Erwartungen entsprechen sollte, konnte ich es in den meisten Fällen einfach zurückschicken.
Heute merke ich von dem damaligen Knöchelbruch selbstverständlich nichts mehr, aber das Online-Shopping habe ich mir aus dieser Zeit beibehalten. Es ersetzt mir natürlich nicht die periodischen samstäglichen Ausflüge mit meiner Freundin, aber ich nehme es als Ergänzung und häufig auch als Inspiration. Ich habe dabei auch einige Tricks und Finessen gelernt und letztlich hat somit mein kleiner Unfall neben allem Beschwerlichen auch etwas sehr Gutes an sich gehabt… 
Elke